Hauptseite > Meldung, komplett

Armut alleinerziehender Mütter: Universale Sozialleistungen effektiver als spezifische Hilfen

(Kommentare: 0)

Wie wirken sich spezifische Hilfen auf die Lebenssituation alleinerziehender Mütter und ihrer Kinder aus? Welche Effekten haben allgemein sozialstaatliche Maßnahmen, die sich nicht spezifisch auf alleinerziehende Mütter beziehen, von denen diese aber ebenfalls profitieren können?

 

David Brady und Rebekah Burroway untersuchten diese Fragestellung in 18 westlichen Demokratien. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Situation alleinerziehender Mütter vor allem durch allgemeine sozialstaatliche Maßnahmen verbessert wird, während spezifische auf alleinerziehende Mütter ausgerichtete Maßnahmen bei statistischer Kontrolle des Einflusses allgemein sozialstaatlicher Maßnahmen einen nur geringen oder sogar einen negativen Einfluss auf die ökonomische Situation alleinerziehender Mütter haben.

 

In allen 18 Demokratien waren alleinerziehende Mütter im übrigen nach diesen Studienbefunden überproportional von Armut betroffen, wobei die USA das Land darstellen, in dem alleinerziehende Mütter am häufigsten von Armut betroffen sind.

 

Deutlich wird, dass bezüglich der Armut alleinerziehender Mütter eine Politik offensichtlich verfehlt ist, die auf den Abbau allgemein sozialstaatlicher Programme und deren Ersetzung durch zielgruppenspezifische Hilfen setzt. Vielmehr zeigt die Untersuchung von Brady und Burroway in Übereinstimmung mit anderen Studien, dass alleinerziehende Mütter am Besten durch den Ausbau des allgemeinen Sozialstaates vor Armut geschützt werden können – ein Befund, der gleichzeitig den tiefgreifend unsozialen Charakter der weiterhin zu beobachtenden Neoliberalisierung der Gesellschaft in Form von Hartz-IV und vergleichbaren Maßnahmen aufzeigt.

 

 Quelle:

Brady, D., & Burroway, R. (2012) Targeting, Universalism, and Single-Mother Poverty: A Multilevel Analysis Across 18 Affluent Democracies, Demography, 49:719- 746

Zurück

Einen Kommentar schreiben